Lampenfieber

Das menschliche Gehirn ist eine großartige Sache. Es funktioniert vom Moment der Geburt an – bis zu dem Zeitpunkt, wo Du aufstehst, um eine Rede zu halten.
-Mark Twain-


Kennst du das?

Du hast etwas zu sagen – dann stehst du vor deinem Publikum – und die Worte bleiben dir sprichwörtlich im Halse stecken.
Vielleicht hat es schon vorher angefangen. Tagelang kreisen deine Gedanken, …dir bricht bei der Vorstellung, vor Publikum zu sprechen der Schweiß aus, …. du fürchtest einen Blackout…
Viele haben es: Lampenfieber – und wenn es Fieber ist, muss es doch heilbar sein – könntest du jetzt denken.  – Ist es nicht – und das ist gut so!
Lampenfieber ist eine sogenannte „psychovegetative Reaktion“. Das bedeutet, dass eine psychische Belastung, Angst, Stress oder Sorge zu körperlichen Reaktionen führt.
Die Angst davor, was passieren kann, wenn du vor Publikum stehst, kann starke körperliche Reaktionen auslösen: Der Hypothalamus, deine Steuerzentrale im Gehirn erregt das sympathische Nervensystem „Achtung, Achtung, gleich passiert etwas…“. Deine Nebenniere produziert Adrenalin und Noradrenalin – um Kraft und Energie zum Kampf oder zur Flucht für Dich bereitzustellen.

Das kann unterschiedliche Auswirkungen auf dich haben:  dein Herz rast, deine Knie zittern, dir bricht der Schweiß aus, Blut schießt in deinen Kopf, du kannst nicht schlafen, deine Stimme stottert oder versagt, du fürchtest den totalen Blackout.

Gleichzeitig – und das ist eine richtig gute Nachricht – steigert das Adrenalin dein Leistungsvermögen ins Unermessliche. Es wirkt wie ein Aufputschmittel, es erzeugt Spannung und gibt dir Kraft und Ausdauer. Das Kribbeln hilft dir, richtig DA zu sein. Wenn das Adrenalin dich puscht kannst du Höchstleistungen vollbringen.
Natürlich ist es wichtig eine Balance zu finden von Aufregung und Ruhe. Wenn du zu aufgeregt bist funktioniert die Informationsübertragung zwischen Deinen Gehirnzellen nicht mehr optimal – es kann zu einem Kurzschluss kommen: Blackout. Zu wenig Aufregung und innere Beteiligung macht deinen Vortrag lahm.

Es gibt kein Patentrezept gegen plötzliche Panikattacken und Blackouts. Dennoch bist du Deiner Auftrittsangst nicht chancenlos ausgeliefert. Du kannst üben, deine flatternden Nerven besser zu kontrollieren – und sogar positiv zu nutzen.

Ich spreche dabei nicht von Lampenfieber, das medikamentös eingestellt wird oder stationären Behandlungsbedarf hat!

TIPPS FÜR DICH:

1 Bereite dich gründlich vor.  Nimm deine Inhalte mit in Dein Leben, beschäftige Dich damit wieder und wieder, bis du es wirklich verinnerlicht hast. Im Englischen heißt auswendig wissen: „to know something by heart“. Übe, bis Du das, was Du sagen willst, wirklich mit deinem Herzen verstehst,  bis du selbst zu deiner Wahrheit geworden bist. Wenn du dann vor Deinem Publikum stehst, wird diese Wahrheit durch dich gesprochen – selbst wenn dein Körper aufgeregt ist und dein Denken kurzfristig durcheinandergerät.
2 Plane einen sicheren Einstieg.  Es kann sehr hilfreich sein, die ersten 2 Minuten wirklich sehr genau zu planen. Die ersten Momente entscheiden oft über das Gelingen einer Beziehung oder Situation. Was möchtest du in der ersten Minute denken? Wie möchtest du dich fühlen? Welche Körperhaltung tut dir gut? Was bringt dich zum Lächeln?
3 Stelle dir die Situation vor. Visualisiere, wie die Situation für dich im optimalen Fall verläuft. Stell Dir vor, wie dein Publikum dir mit Interesse und Freude lauscht. Freue dich auf positive Rückmeldungen. Wenn du Spaß daran hast, kannst du dir ausmalen, wie souverän du auf unvorhergesehene Situationen reagierst.
4 Liebe dich selbst und deinen Vortrag! Geh mit Inhalten nach Außen, die dir wirklich liegen. Du kannst nur authentisch und überzeugend wirken, wenn das, was du vermittelst deine Wahrheit ist.
5 Lade Menschen ein, die dir wohlgesonnen sind. Du kannst sie jederzeit anschauen und sie lächeln dir Mut zu. Übe deinen Vortrag vor Freunden. Sammle Übungssituationen als positive Referenz-Erfahrungen. Am Auftrittstag suche dir freundliche Gesichter im Publikum aus und schau sie dir an. Halte deinen Vortrag für die lächelnden Menschen.
6 Heiße deine Aufregung willkommen! Freue dich über die Kraft, die dein Lampenfieber dir bereitstellt. Wenn du vor deinem Publikum stehst –und du weißt, dass du alles getan hast, was in deiner Macht steht – überlasse alles andere Gott: lass es einfach geschehen – Neben einer guten Vorbereitung ist es genauso wichtig, wieder loszulassen und dich dem, was geschieht hinzugeben.

Ich wünsche dir von Herzen, dass du deine Aufregung genießen kannst.