Erhebe deine Stimme

Gib deiner Stimme mehr Raum

Ich möchte dich ermutigen, deine Stimme zu erheben.
Viele Menschen erhöhen die Kraft und damit den Druck auf ihren empfindlichen Stimmapparat um lauter zu werden. Dabei fügen sie der Stimme eher Schaden zu, sie werden heiser, die Stimme kling angestrengt.
Eine stimmschonendere Möglichkeit Lautstärke und Volumen zu erreichen ist es, deiner Stimme mehr Raum zur Verfügung zu stellen.
Ich erinnere dich an mein vereinfachtes Bild davon, wie deine Stimme funktioniert:
Dein Atem tritt in den Körper ein und verlässt ihn wieder. Dabei berührt der Atemstrom deine Stimmlippen und schafft Schwingungen.
Diese führen dazu, dass dein Atemstrom vibriert. Die Vibrationen werden durch Resonatoren – also Klangkörper-  verstärkt. Ein Klang wird hörbar. Dieser Klang formt und artikuliert sich durch Lippen und Zunge zu Lauten und Worten.
Wenn dein Atemstrom ganz gerade, wie durch eine Pipeline von innen nach außen geleitet würde wäre er ungebremst und ungefiltert in seiner vollen Kraft da.
Optimal für die Kraft deiner Stimme wäre es demnach, wenn dein Mund auf dem Kopf wäre – und du aus deinem Herzen direkt in Richtung Himmel singen oder sprechen könntest.
In der Realität wandert dein Atemstrom gerade nach oben bis zum hinteren Rachenraum. An dieser Stelle muss dein Atemstrom die Richtung verändern. Die Pipeline macht eine Kurve.
In dieser Kurve besteht die Gefahr, die Kraft der Strömung zu vermindern. Wenn du sprichst oder singst während der „Knick“ eng bleibt, nimmst du dem Klang den Raum. Die Stimme klingt gepresst.
Es funktioniert wie bei einem Gartenschlauch, den du knickst: Der Fluss ist blockiert, an einer Stelle zu viel Druck, an einer anderen kraftlos, dabei bricht der Schlauch an seiner empfindlichsten Stelle. Auf die Stimme bezogen wären das die empfindlichen Stimmlippen.
Du kannst deinen Rachenraum aktivieren und damit dem Klang Raum geben.
Eine Möglichkeit, aktiv dafür zu gehen, deiner Stimme diesen Raum zu geben ist die Aktivierung oder die Bewusstwerdung des weichen Gaumens. Dabei geht es darum, dass dieser hintere Bereich deines Mundraumes wach und gleichzeitig entspannt ist. Diese Öffnung kannst du nicht im herkömmlichen Sinne trainieren.
Du kannst dich lediglich daran erinnern. Es fühlt sich im Rachenraum so ähnlich an wie beim Gähnen. Anders als beim Gähnen bleibt dabei die Zunge entspannt.
Es ist der Raum, den Babys und Kleinkinder aktiv und offen haben, so dass sie sich weithin hörbar machen können ohne heiser zu werden.
Im Laufe einer normalen Sozialisation und Erziehung wird bei vielen Menschen dieser Raum passiv.
Möglicherweise sind Lautstärke und Lebendigkeit nicht in allen Lebenssituationen erwünscht gewesen. Das bedeutet, dass es sein kann, wenn du diese Aktivität neu erkundest alte Gefühle und Erinnerungen sich melden.
Gab es in deinem Leben Situationen, in denen du nicht in deiner vollen Kraft erwünscht warst?
Was hindert dich heute daran, kraftvoll Deine Stimme zu erheben?
Ich wünsche dir viel Spass beim SPRECHEN und SINGEN mit viel Raum und Erlaubnis!