tanzen und spielen – Contact Improvisation

Contact Improvisation ist ein zeitgenössischer Tanzstil, bei dem es darum geht deine Bewegungsmöglichkeiten alleine und im Zusammenspiel  mit Anderen zu erforschen, zu erspielen – und zu erweitern.

Wann hast du das letzte Mal die Gelegenheit gehabt, dich zu spüren körperlich, emotional und geistig und gleichzeitig voll präsent mit deinem ganzen Sein in Kontakt mit einem anderen Menschen zu gehen und gemeinsam zu lauschen was geschieht? 

Contact 1

Contact Improvisation ist Spiel mit körperlichen Begegnungen:

Schaffe einen körperlichen Berührungspunkt und  spüre dich in diesen Moment
vollkommen und hingegeben.
Verschenke dich an deine Berührung in diesem einzigen JETZT!
Was entsteht aus diesem Moment?
Zieht es dich in den Kontakt hinein oder davon weg?
Wie reagiert dein Gegenüber?
Gibt es sich hinein oder löst es sich?

Contact Improvisation bietet die Möglichkeit eine Welt zu kreieren, in der wir einander lauschen ohne uns selber dabei zu verlieren.

  • Wann entsteht ein Berührungsmoment in dem ihr miteinander  in Kontakt bleibt?
  • Was braucht es, um dieses Vertrauen zu erwirken?
  • Welche Bewegungen braucht es, um in Kontakt bleiben zu können?
  • Wer führt die Bewegungen an? Wer von euch folgt?
  • Wie kommuniziert ihr -ohne Worte- über Wechsel und Wandlungen? 

Im Contact Tanz  braucht dein Körper keine Worte, da die Erfahrung unmittelbar, JETZT stattfindet!

Contact Improvisation gibt es unter diesem Namen seit den frühen 70iger Jahren. Eine Gruppe von Tänzern, drunter Nancy Stark Smith und Daniel Lepkoff haben diese Form des Tanzes in New York maßgeblich mit entwickelt und erfunden. Die Quellen dieser Tanzform gehen auf Modern Dance, Aikido und andere Kampfkünste, physikalische Gesetze von Bewegung und Schwerkraft, die menschliche Bewegungsentwicklung und die Beobachtung von Kinderspiel zurück.

Zunächst war dieser Tanz ein soziales Phänomen: Menschen trafen sich zum Experimentieren in Turnsälen und Parks. 

Ähnlich wie im Jazz der 50iger Jahre avantgardistische Musiker unterschiedliche Klänge und Rhythmen im Dialog miteinander erforschten und damit spielten, erforschen und experimentieren in der Contact Improvisation Tänzer mit den Bewegungsmöglichkeiten von einem oder mehreren Körpern in Raum und Zeit.
1972 gab es die ersten öffentlichen Performances und Jam-Sessions. Seitdem haben viele professionelle Tanzensembles diese Tanzform in ihre Arbeit integriert. Inzwischen ist Contact Improvisation längst ein fester Bestandteil in den meisten professionellen Tanzausbildungen. Im professionellen Tanz dient Contact Improvisation vielfach einer choreografischen Materialfindung.

Neben einer professionellen Nutzung ist Contact Improvisation auch als soziale Tanzform etabliert. Die körperliche Barriere ist relativ niedrig, da Offenheit, ein forschender Geist und ein Körper ausreichen, um damit anzufangen.

Anspruchsvoll kann dabei die Notwendigkeit sein, wirklich präsent, wach und achtsam im Kontakt miteinander umzugehen.

Contact Improvisation kann Spiel mit dem Körper sein oder Spiegel deines Lebens.

Es kann darum gehen, von einer körperlichen Basis ausgehend in eine anspruchsvolle und wache Kommunikation miteinander zu gehen. Neben der Achtsamkeit für den eigenen Körper kommt jetzt ein anderer Körper mit Mensch hinzu.
Daraus können sich interessante Fragestellungen ergeben:

  • Wieviel und wie nah möchtest du mit der anderen Person in Kontakt sein?
  • Wie kannst du in Kontakt treten und wie kannst du klar aus dem Kontakt wieder hinaus gehen?
  • Ist es möglich, deine Bewegungsenergie und Qualität beizubehalten und gleichzeitig einem anderen Körper zu „lauschen“?
  • Wer führt, wer folgt?

Da kann es beim Tanzen wie im Leben sein – mal sehr klar und einfach und mal komplizierter.

Besonders an dieser Schnittstelle finden wir immer wieder Berührungspunkte zur Tanztherapie und zur Kommunikationsforschung.

Körperlich und praktisch geht es beim Contact Tanz darum, alle Bewegungsmöglichkeiten und Bewegungen des eigenen Körpers und weiterführend mehrerer Körper miteinander zu erforschen, z. B. indem sich Tänzer gegenseitig ihr Gewicht abgeben, aneinander entlang und übereinander rollen, klettern oder gleiten.

Zentrale Prinzipien sind dabei Achtsamkeit und Absichtslosigkeit. Es geht darum den aktuellen Moment in  Kontakt wahrzunehmen und offen und absichtslos zu erleben, wohin dieser Moment führt. Manchmal braucht es Mut, diesen Weg gemeinsam zu „ertanzen“.

Eine  grundlegende Übung dazu ist das Spiel mit dem so genannten „rolling Point“. In dieser Übung geht es darum, einen Berührungspunkt zwischen zwei (oder später auch mehreren) Körpern zu erfahren und zu erforschen.

Um diese Technik zu begreifen kannst du die folgende Übung zunächst alleine ausprobieren:

Finde einen Berührungspunkt zwischen deinen Händen.
Nimm dir Zeit, diese Berührung wirklich zu spüren: was verändert sich an deiner Körperspannung, in deinem Körpergefühl, emotional, wenn die Haut deiner einen Hand die Haut der anderen Hand berührt?
Beginne sehr achtsam kleine Bewegungen auszuführen ohne den Kontakt zwischen deinen Händen zu lösen.
Beginne jetzt damit, den Berührungspunkt wandern zu lassen.
Kannst du dich darauf einlassen, dass dein Arm, dein Körper der neu entstehenden Bewegung deiner Hände folgt?

Damit beginnt dein Tanz des „Contact Improvisation deiner verschiedenen Hände“.

Du kannst diese Übung mit oder ohne Musik machen. 

In der Contact Improvisation wird Musik als Inspiration zum Tanzen nur sehr sparsam eingesetzt. Der Tanz entsteht aus dem Kontakt mit dir, mit der Schwerkraft, mit dem Anderen.

Lasse dich im Tanz berühren,  von deinem Atem, deiner Haut und der Luft. Lasse dich berühren von Wind und Duft, von deiner Heiterkeit, von Augen- Blicken und Klängen. Lasse dich berühren, von deiner Liebe und Lebendigkeit, von deinem Leben. 

Erschaffe mit mir eine berührbare Welt, in der Raum ist mit Begegnungen in Bewegung zu spielen!  Lass uns eine Welt zu kreieren, in der wir einander lauschen ohne uns selber zu verlieren.

Wenn du Lust hast, diese Form des Tanzens auszuprobieren oder genauer wissen möchtest, wie so ein LAB abläuft, was du an einem Workshop lernen und üben kannst, schau gerne auf meine Terminkalender.

Für deine Fragen bin ich unkompliziert auf Facebook erreichbar: https://www.facebook.com/VoiceRising/

Ich wünsche dir Lebendigkeit, Forschergeist und Staunen!

Mirjam